Rapperath

Unsere Heimat

Rapperath liegt auf den Höhen des Hunsrücks, im Fadenkreuz Koblenz - Trier (Ost-West) und Bernkastel - Kues - Idar - Oberstein (Nord - Süd). Während Mosel und Nahe im Nebel liegen, scheint im mittleren Hunsrück die Sonne. Rapperath ist ein Ortsteil von insgesamt 19, die zusammen die Gemeinde Morbach, die Sonnenstube des Hunsrücks, ergeben. Rapperath wurde erstmals am 4. April 1278 urkundlich erwähnt. Der Ort liegt in einer reizvollen, bewaldeten Mittelgebirgslandschaft und eignet sich vorzüglich zum Erholen, Wandern und Entspannen. Ausflüge in die älteste Stadt Deutschlands, Trier, in die Edelsteinstadt Idar-Oberstein und in die Weinlandschaft Mosel sind von hier aus in kurzer Zeit möglich.

Kleine Chronik von Rapperath

Rapperath wird erstmalig am 4. April 1278 urkundlich erwähnt. Es gehörte zusammen mit anderen Dörfern zum Lehen von Nikolaus dem Vogt von Hunolstein. Funde (Mauerreste, Hufeisen, Broschen, Ohrringe, ein Wassertrog aus Eichenholz) in der Gemarkung Rapperath zeugen von einem ehemaligen Freihof in der "Uhlswies". Ebenso zeugen Ziegel- und Scherbenfunde in dem Distrikt "Auf der Buch" die auf Brandbestattungen des 2. und 4. Jahrhunderts hindeuten, auf Zugehörigkeit zum "Vicus Belginum".

Wo heute der Zaun des ehemaligen amerikanischen Munitionslagers den Zugang zum "Friedwald" versperrt, soll bis zum 30-jährigen Krieg ein Kloster gestanden haben, das der Sage nach sehr reich gewesen sein soll. Bei Grabungen fand man einen Türsturz mit der Jahreszahl 1147. Im Jahre 1900 wurden bei Wegebaumaßnahmen weitere Beweise gefunden, wie ein Kruzifix, Tierskelette, Takenplatten und Kettenreste.

Im Jahre 1282 wird erstmals eine dem HI. Jakobus dem Älteren geweihte Kapelle erwähnt. Um 1500 wurde eine massiv überwölbte Kapelle gebaut, der die heutige Kirche, im Jahr 1765 erbaut, folgte. Seit 1853 ist der HI. Wendalinus unser Kirchen- und Kirmespatron.

Im Marianischen Jahr 1954 baute die Dorfgemeinschaft von Rapperath unter der Anregung von Pater Josef Gellenberg die über unser Dorf ragende, 11 Meter hohe Mariensäule. Bildhauer Rudolf Höfle aus Morbach schuf die Madonna aus Kordeler Sandstein. Valentin Burkert schmiedete nicht nur den Sternenkranz der Madonna, sondern trug durch sein ausgeprägtes technisches Verständnis zum guten Gelingen des Bauwerkes besonders bei. Ein Jahr später entstand der Kreuzweg, der vom "Großen Herrgott" zur Mariensäule führt. Ortseingangs von Rapperath aus Richtung Merscheid entdeckt der Besucher zwei kleine Kapellchen. In dem linken Kapellchen befindet sich der "Große Herrgott", ein überlebensgroßes, spätgotisches Kruzifix, dessen Längsbalken und Korpus aus einem Stück geschnitzt sind. Das Kruzifix soll bis zur Reformation in der Kirche von Wirschweiler gestanden haben.

Zur Zeit der Bilderstürme, die gesamte Bevölkerung hatte mit ihrem Landesherren die Religion gewechselt, soll das Kreuz aus der Kirche entfernt worden sein, um als Bachsteg benutzt zu werden. Ein dem Glauben treu gebliebener Bauer soll das Kreuz auf einen Ochsenkarren geladen haben und die Ochsen anschließend alleine ihres Weges ziehen lassen. An der Stelle des heutigen Standortes blieb das Ochsengespann dann stehen. Die Rapperather errichteten zum Schutz des Kreuzes eine Kapelle und gaben im Jahre 1800 aus Anlaß einer aufgetretenen Rinderpest nachfolgendes Versprechen:

"Seit dem 14. Dezember, hat der Buergermeister und Vorsteher des Ortes Rapperath, einen Bittgang versprochen, bei das sogenannte helgen heysgen oder Grosser Herrgott, alle Jahre auf Maria Viktoria auf den Sonntag ohne Unterlass gehalten. Dazudem haben sie auch eine pinnige Kerz von dem Buergermeister oder einem Gemeindemitglied dahin soll getragen werden mit Verwilligung des Herrn Pastor. Dieses alles haben wir beizequenten Zeiten versprochen."

pinnige Kerze = pfundschwere Kerze -----bei zequenten Zeiten = für immer

Die Rapperather halten sich bis heute an dieses Gelübde und gehen alljährlich am Ostersonntag zum Großen Herrgott, voran der Ortsvorsteher mit der Kerze. Vor nunmehr 25 Jahren wollte es die Politik, dass das Dorf Rapperath ein Teil von Morbach werden sollte. Die Geschichte sagt, dass sich die Rapperather nie besonders zu Morbach hingezogen fühlten. Die Nachbarschaft war eher kritisch distanziert als anhänglich, sie konnte auch schon mal in Feindschaft ausarten, was uns ältere Mitbürger noch bestätigen können. Als Morbach im Jahre 1833 Pfarrei wurde, und Rapperath als Filiale eingegliedert werden sollte, lehnten sich die Rapperather sogar gegen den Bischof auf und ließen diesem mitteilen:

"Euer Gnaden können versichert sein, ehe das geschieht, dass wir mit Morbach vereinigt werden, sind wir fest entschlossen, lieber unsere Religion zu ändern."

Heute zählt das Dorf knapp 500 Einwohner und hat sich an die Zugehörigkeit zu Morbach gewöhnt. Unser Kirche ist dem hl. Wendalinus geweiht.